
Letzter Show-Tag in Wacken, letztes Bruchenball-Turnier, letztes Spiel. Alles war gut.
Wir hatten schon drei Bruchenball-Spieltage erfolgreich hinter uns gebracht und alles lief eigentlich normal und erfolgreich. Ein guter Freund und ich moderierten die Bruchenball-Turniere gemeinsam. Seit Jahren sind wir ein eingespieltes Team. Uns beide kann kaum etwas überraschen.
Jetzt war das letzte Spiel. Was sollte jetzt noch passieren?
Fünf Männer auf der einen Seite,
Fünf Männer auf der anderen Seite,
ein Ball in der Mitte und losging das es.
Das Besondere an diesem letzten Spiel war ein Mitspieler: Glatze, riesig, breit und unfassbar stark. Er dominierte sofort das gesamte Spiel und siegte mit seiner Mannschaft. Er war eigentlich viel zu kräftig für die Gegner.
Für mich ist die Durchführung eines Bruchenball-Turniers absolutes Teamwork. Gerne lass ich mich von dem weiteren Bruchenball-Team steuern. Wie viele weitere Spieler werden benötigt? Wie viele Bruchenball-Teams sind schon vollständig und warten auf den Einsatz? Was muss noch zusätzlich angesagt werden. All diese Informationen liefern uns Moderatoren das Team von hinten. Und die Zusammenarbeit funktioniert immer gut.
Nun kam die Information: Der Riese muss aus dem Spiel herausgenommen werden, bevor noch ein Unfall passiert.
So nahmen wir den Riesen aus dem Spiel und ließen die restlichen Männer noch einmal spielen. Die Mannschaft des Riesen gewann gleich noch einmal. Soweit ist alles noch gut.
Nur kurze Zeit später kam die Information, dass das Bruchenball-Team einen passenden Gegner für den deutschen Riesen gefunden hatte. Ein Ire, gleiche Körperstatur, langer roter Bart und Haare bis zur Hüfte - ein richtiger Hühne halt.
Beide sollten alleine gegeneinander spielen - das war der Plan. Also fingen bei beiden Kerle zu kämpfen an. Nach einem kurzen und spektakulären Gerangel gewann der deutsche Riese das Spiel.
Siegerehrung
Verleihung der Wacken-Medaille an den deutschen Gewinner
Gruppenfoto aller Bruchenball-Spieler
Nach dem Gruppenfoto konnte ich den deutschen Riesen, der ja gewonnen hatte, beobachten, wie er mit seiner Medaille über die Absperrung sprang, einem kleinen Jungen im Rollstuhl seine Medaille umhängte und wieder zurück auf das Spielfeld kam.
„Wahrscheinlich ist es sein Sohn“, dachte ich mir.
Kurze Zeit später wurde ich wieder von dem Bruchball-Team angesprochen: Hast Du das mitbekommen? Der Deutsche hat seine Medaille dem Sohn des Iren geschenkt.
Jetzt dauerte es nicht mehr lange. Es berührte mich sehr. Und ich spürte, dass ich nicht mehr lange die Tränen zurückhalten konnte.
Ich öffnete die Abspannung und holte die Mutter und den kleinen Jungen im Rollstuhl auf den Kampfplatz. Ich ließ Fotos von den beiden Spielern, der Mutter und dem Jungen sitzend auf dem Bruchenball machen.
Anschließend setzte ich mich hin und fing einfach an zu weinen. Die Bruchenballer holten meine Ehefrau. Doreen versuchte, mich zu trösten. Dabei brauchte ich kein Trost.
Ich war einfach nur glücklich.