
Durch Zufall finden wir manchmal seltsame Bemerkungen auf Websites, sie sich über das Können und die Geschwindigkeit einzelner Kämpfer lustig machen.
Manchmal liegt mir etwas quer. Manchmal hat mich etwas tief berührt. Dann schreibe ich es auf.
In der SSK-Kolumne erzähle ich, was ich in 20 Jahren Schwertschaukampf erlebt habe: vom ersten Grundkurs und von kalten Turnhallen, von Turnieren, Heerlagern und Lagerküchen, von Hochzeiten und Tränen – und von den Menschen, die SSK zu dem machen, was es ist.
Die ersten Kolumnen sind 2013 entstanden, damals noch im internen Bereich für unsere Kämpferinnen und Kämpfer. Jetzt kann sie jeder lesen. Am besten fängst Du mit Nummer 01 an – am Ende jeder Kolumne geht es zur nächsten.
Du hast selbst eine Geschichte, die hierher passt? Dann schick sie uns gern an
Viel Spaß beim Lesen!
Heiko Schulze

Durch Zufall finden wir manchmal seltsame Bemerkungen auf Websites, sie sich über das Können und die Geschwindigkeit einzelner Kämpfer lustig machen.

Beim „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ gibt es an jedem Veranstaltungstag vor der Markteröffung eine große Besprechung mit den Händlern und Heerlagern.

Hin und wieder stelle ich Videos bei Youtube online. Zu sehen sind in der Regel spektakuläre Kämpfer unserer Kämpfer. Es sind die Kämpfer der Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf.

Vor ca. Anfang 2013 bin ich angesprochen worden, ob ich auf dem MPS in Hamburg Öjendorf eine mittelalterliche Hochzeitzeremonie leiten würde. Ich sagte zu und vergass leider die Sache.

Manche Gerüchte über uns sind in Wirklichkeit Neid und Komplimente. So finde ich das Gerücht „SSK macht ja nur Choreos“ schon fast niedlich. Eigentlich ist das ein großes Kompliment.

2012 war SSK für das Wacken-Open-Air-Festival gebucht. Da unsere Shows so interessant war, besuchte uns ein Team mit einer Flugdrohe und wollte Teile der Show filmen.

Glück ist nicht, wenn kein Unglück passiert. Glück ist, wenn Menschen helfen.
Auf dem Mittelalterlichen Phantasie Spectacel wurde es ganz deutlich: Glück ist nicht, wenn kein Missgeschick, kein Unfall oder kein Krankheitsfall passiert. Glück ist, wenn andere Menschen selbstlos hilfsbereit das Beste geben, um zu helfen.

Mein erstes Schwert hieß „die Säge“. Es wog 3,5 Kilo, und der Griff war eine Wäscheleine.

Mein Gegenüber hat ein Schwert in der Hand, und ich will, dass ihm nichts passiert. Eigentlich ist das schon die ganze Kolumne.

„Das Grinsen geht auch bei mir nicht mehr aus dem Gesicht.“ Diesen Satz hat mir jemand nach einem Grundkurs geschrieben. Und ich schwöre: Es ist nicht der einzige.

Einer der schönsten Briefe, die ich je bekommen habe, stammt von einem kleinen Kind. Getippt hat ihn die Mutter.

Draußen ist es dunkel, die Zelte sind trocken eingelagert, und irgendwo in Norddeutschland flucht gerade jemand über eine Nähmaschine. Die Saison hat begonnen.

Wenn Du uns im Sommer bei einer Massenschlacht zusiehst, siehst Du das Ergebnis einer sehr kalten Turnhalle.

Ein USB-Stick passt in jeden Rechner. Darüber denkt niemand nach. Genau so wollte ich meine Kämpfer haben.

Diese Kolumne ist anders als die anderen. Ich bin kein Arzt und kein Therapeut. Ich bin Schwertkampftrainer. Aber über dieses Thema will ich nicht schweigen.

Beim Schwertkampf habe ich noch nie an meine Steuererklärung gedacht. Das ist vielleicht die ehrlichste Werbung, die ich Dir für diesen Sport machen kann.

Ein neuer Kämpfer kam auf mich zu und sah aus, als hätte er gerade einen Geist gesehen.

Über 125 Brötchen, 11 Fladenbrote, 11 Baguettes, über 120 Liter Apfelschorle, über 20 Liter Cola, 50 Stück Grillfleisch, 18 Dosen Suppe und ein Spanferkel.

Niemand meldet sich zu einem Schwertkurs an, um die große Liebe zu finden. Trotzdem ist das schon passiert.

Am Hamburger Hafen gab man uns venezianische Masken. Ich kannte Junggesellenabschiede bis dahin nur so: Das Paar wird vorgeführt. Häschenkostüme, Gelächter, das volle Programm. Das hat jeder schon gesehen.

10 Minuten vor der Show kam der Veranstalter in unser Lager: Ein Mann wolle seiner Freundin vor großem Publikum einen Heiratsantrag machen. Ob wir das einbauen könnten.
„Oh, das kommt erfreulich früh!“ Das war meine Antwort auf einen Anrufer, der mir erzählte, was er in fünf Tagen vorhatte.

Ich saß im Auto, wollte zur Arbeit fahren, dachte an meine Firma und fing an zu weinen. Ich schluchzte wie noch nie in meinem Leben.