„Oh, das kommt erfreulich früh!“ Das war meine Antwort auf einen Anrufer, der mir erzählte, was er in fünf Tagen vorhatte.
Ein Fremder. Kein Kämpfer. Er wollte auf dem MPS in Öjendorf seiner Freundin einen Heiratsantrag machen. Am liebsten wollte er sie aus den Fängen eines üblen Schurken befreien. In einer Show. Vor Publikum. Mit einem Schwert, das er noch nie in der Hand gehabt hatte.
Na klar. Am nächsten Tag fuhr er 180 Kilometer nach Pinneberg ins Training. Wir stellten ihn vor, und einer unserer Kämpfer erarbeitete mit ihm in der Nebenhalle einen kleinen Kampf. Ich sage es gleich ehrlich: Dieser eine Kampf war abgesprochen. Mehr war in dieser Zeit nicht zu machen. Er fuhr mit kolossalem Muskelkater nach Hause.
Ende August 2013 lief unser Stück ganz normal. Bis zum Satz: „Nimm, was Du willst, und ziehe von dannen, bevor Dein Kopf rollt.“ Unser Bösewicht griff sich die Frau. Der Fremde griff zum Schwert.
Sie schlug die Hände vors Gesicht. Er kämpfte. Er gewann. Er kniete nieder und sagte ihr, dass er von nun an mit Seele und Verstand für sie kämpfen werde.
Plötzlich war es ganz still auf dem Kampfplatz.
„Ja, ich will.“
Ich musste dann noch über die Lautsprecher verkünden: Wertes Volk zu Öjendorf, das hier ist keine Show mehr. Das hier ist echt. Mir liefen die Tränen über das Gesicht.
90 SSKler stellten sich in wenigen Augenblicken zu einem vielleicht 40 Meter langen Spalier auf, und die beiden gingen unter den Schwertern hindurch. Die Zuschauer blieben sitzen, standen dann alle auf und klatschten. So lang anhaltenden Beifall hatte SSK bis dahin noch nicht bekommen. Für zwei Menschen, die wir eine Woche vorher nicht kannten.
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